Sie sind mit Stricknadeln
und Wolle bewaffnet, schleichen sich nachts auf die Straßen und hinterlassen
ihre Spuren an Verkehrsschildern, Betonpfeilern und Straßenlaternen. Doch ihre
Arbeit ist kein Vandalismus, sie machen Kunst. Sie stricken öffentliche Gegenstände
ein und hinterlassen eine mysteriöse Botschaft: Knitta Please.
Magda Sayeg aus Texas ist
die Gründerin von Knitta Please. 2005 begann sie Objekte wie Hydranten,
Geländer und Türgriffe „einzustricken“. Nachts zog sie mit einer kleinen Gruppe
los und ließ ihre Stricknadeln klappern.
Graffiti ist mittlerweile
Normalität in den Städten. Viele gehen an ihnen vorbei, ohne ihnen Beachtung zu
schenken. Aber eine Parkuhr, die einen Überzug aus Wolle hat, weckt
Aufmerksamkeit. Passanten bleiben stehen, schauen sich das Gestrickte genauer
an, streichen mit ihren Händen darüber. Genau das will Magda Sayeg. Durch die
Strickkunst reißt sie Gegenstände aus dem normalen Alltagsbild hinaus, macht
sie zu etwas Besonderem.
Seit fünf Jahren stricken
sich Anhänger von Knitta Please durch verschiedenste Städte. Wer glaubt, dass
die Gruppe aus einer Horde strickwütiger Hausfrauen besteht, liegt falsch. Ein Gründungsmitglied der Strick-Streetart war sogar ein Mann.
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